Sabato "Simon" Rodia baute 33 Jahre lang an etwas, das niemand bei ihm bestellt hatte. Zwischen 1921 und 1954 errichtete der italienische Einwanderer, der als Jugendlicher in die USA gekommen war, um in den Kohlengruben Pennsylvanias zu arbeiten, in seinem Hinterhof in Los Angeles 17 miteinander verbundene Türme aus Stahl, Mörtel, Fliesenbruch, Glas, Keramikscherben und Muscheln. Der höchste misst knapp 30 Meter. Im Oktober wird nun das Gelände ringsherum neu gestaltet.

Die Stadt hat eine 22 Millionen Dollar schwere Erweiterung des Watts Towers Arts Center Campus bestätigt, die vor den Olympischen Sommerspielen 2028 fertig sein soll. Vorgesehen sind mehr als 2.800 Quadratmeter zusätzliche Parkfläche, rund 200 Bäume, neue Wege und eine Bepflanzung, die Überflutungen mindert und das Gelände kühlt. Rund um das bestehende Amphitheater und das Kulturzentrum entsteht so ein Campus von gut zwei Hektar.

Der letzte Baustein der Finanzierung war eine Spende von 10,1 Millionen Dollar aus dem Bezos Earth Fund, eingeworben gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation Los Angeles Neighborhood Land Trust. "Hier geht es darum, in die Menschen von Watts zu investieren und einen Ort zu schaffen, auf den die Gemeinschaft stolz sein kann", erklärte Bürgermeisterin Karen Bass.

Ein Wahrzeichen, das die Stadt einst abreißen wollte

Sicher stand das Bauwerk nicht immer. 1959 wollte die Stadt die Türme abtragen lassen; Anwohnerinnen und Anwohner wehrten sich, und eine statische Prüfung bestätigte die Standfestigkeit. 1965 wurden sie zum Historic-Cultural Monument von Los Angeles erklärt, 1990 zum National Historic Landmark. Im Juni nahm der World Monuments Fund sie in die Liste "Irreplaceable America" auf, zehn historische Stätten zum 250. Jahrestag der Staatsgründung – mit dem Hinweis, dass Umwelteinflüsse, Erdbebenrisiko und schwindende Mittel ihre Stabilität bedrohen.

Genau daran zeigt sich, dass die Ankündigung kein ungetrübter Erfolg ist. Das neue Geld fließt in das Gelände, nicht in die Türme selbst. Ein separates, 15 Jahre laufendes Restaurierungsprogramm unter Federführung des Los Angeles County Museum of Art stockte aus Geldmangel und wurde nun vorzeitig beendet – rund zehn Prozent vor dem Ziel. Die dafür noch fehlenden 412.000 Dollar deckt das neue Budget nicht ab.

Für das Viertel zählt die Investition dennoch. Rosie Lee Hooks, Leiterin des Kulturzentrums, sagte der Los Angeles Times, das Projekt sei lange erwartet worden und solle jahrzehntelanger Vernachlässigung entgegenwirken. "Die Leute haben noch immer Angst, hierherzukommen", sagte sie. "Aber unsere Gemeinschaft ist sehr, sehr reich an Kultur."