26 Werke aus der islamischen Sammlung des Louvre reisen im Herbst nach Washington. Das Smithsonian's National Museum of Asian Art zeigt sie vom 26. September bis zum 18. Januar 2027 in der Ausstellung „From the Louvre: Masterpieces of Islamic Art“.
Mehrere der Objekte waren noch nie in den Vereinigten Staaten zu sehen, und Washington ist die einzige Station. Dazu gehören der Löwe von Monzón, eine Bronze aus dem islamischen Spanien des 10. oder 11. Jahrhunderts, und eine ungewöhnlich große verzierte osmanische Schale von etwa 1480. Die Leihgabe umfasst das 7. bis 19. Jahrhundert und einen Raum vom heutigen Spanien bis nach Indien. Über den Atlantik gehen Malereien, Keramik, Metallarbeiten, Jade, Glas und Bauelemente.
Die Ausstellung fragt, wodurch ein Gegenstand überhaupt zum Meisterwerk wird. Ihre Kuratoren setzen dabei nicht beim europäischen Geschmack an, sondern beim Vokabular der Gesellschaften, die diese Arbeiten hervorgebracht haben.
„Das Wort tuhfa bezeichnet Objekte von außergewöhnlicher Handwerkskunst“, sagte Simon Rettig, Kurator für die Künste der islamischen Welt am Museum, der Art Newspaper. Der Begriff trage die Vorstellung von Kostbarkeit und Seltenheit und zeichne ein Objekt als würdiges Geschenk aus.
Dieses Schenken lässt sich an den Stücken selbst ablesen. Zwei mit Edelsteinen besetzte Elfenbein-Federkästen der Schau gab der Mogulherrscher Jahangir im 17. Jahrhundert in Auftrag. Er überreichte sie dem safawidischen Schah Abbas I. und dessen Großwesir. Der Juwelier Louis Cartier erwarb sie 1912.
Eine gemeinsame Geschichte zweier Museen
Einige Stücke verweisen auf eine lange Verbindung zwischen den Sammlungen in Paris und Washington. Anfang des 20. Jahrhunderts korrespondierte der Gründer des Washingtoner Museums, Charles Lang Freer, mit dem Louvre-Kurator Gaston Migeon und dem französischen Sammler Raymond Koechlin, wie ARTnews berichtet. Ein osmanischer Teller des 16. Jahrhunderts in Blau und Türkis, verziert mit einem Pfau, gehörte einst Koechlin, steht heute im Louvre und ist Teil der Ausstellung.
Chase F. Robinson, Direktor des National Museum of Asian Art, sagte, vor ihrem Weg in den Louvre hätten nur wenige Auserwählte diese Objekte genießen können. Die Schau untersuche, wie Meisterwerke nicht allein durch ihre Schöpfer geformt würden, sondern auch durch das Publikum, das sie feiere.
Diese Perspektive rührt an einen unbequemen Teil der Geschichte, den die Ausstellung ebenfalls aufgreift: die oft verschlungenen Wege, auf denen die Stücke überhaupt in ein Pariser Museum gelangten.
