Am Abend des 12. August 2026 trifft der Kernschatten des Mondes auf Nordspanien. Es ist die erste totale Sonnenfinsternis in Spanien seit mehr als einem Jahrhundert, wie der Guardian berichtet.
Der Pfad der Totalität beginnt laut wissenschaft.de über der Arktis. Er läuft über Grönland, Island, den Norden Spaniens und die Balearen. An einem festen Ort dauert die Totalität nur gut zweieinhalb Minuten.
Für Millionen Menschen in Europa ist das Ereignis damit erreichbar. Der spanische Korridor reicht von A Coruña im Nordwesten bis nach Mallorca. Die Behörden rechnen nach Guardian-Angaben mit bis zu sechs Millionen Menschen im Schattenpfad.
Schätzungsweise 460.000 Besucher sind eigens nach Spanien gereist. Mehr als 300.000 von ihnen wollen in ländliche Orte ausweichen. Hotels melden Buchungen aus Japan und den USA, teils Monate im Voraus.
"Eine totale Sonnenfinsternis ist eines der besten Schauspiele der Natur", sagt César González, Astronom und Wissenschaftskommunikator am Planetarium Madrid.
Deutschland sieht eine tiefe partielle Finsternis
Deutschland liegt außerhalb des Kernschattens. Der Mond verdeckt hier 88 bis 90 Prozent der Sonnenscheibe, berichtet wissenschaft.de. Die Finsternis beginnt zwischen 19:11 Uhr in Norddeutschland und 19:25 Uhr im Süden.
Das Maximum fällt in Norddeutschland auf etwa 20:05 Uhr, im Süden rund zehn Minuten später. Die Sonne steht dann tief im Westen. Ein Standort mit freier Sicht nach Westen ist deshalb nötig.
Eine so starke Verfinsterung wiederholt sich über Deutschland erst am 3. September 2081. Dann zieht eine totale Sonnenfinsternis über den Südwesten des Landes.
Wer zuschaut, braucht geprüften Augenschutz. Das Magazin Spektrum der Wissenschaft warnt ausdrücklich vor improvisierten Lösungen. Rußgeschwärztes Glas oder gestapelte Farbfilter halten Infrarot- und UV-Strahlung nicht zurück. Diese unsichtbaren Anteile können die Netzhaut dauerhaft schädigen.
Sicher ist die Projektion. Ein Fernglas wirft das Bild der Sonnensichel auf eine helle Wand. Auch schmale Spalten in einer Jalousie erzeugen viele kleine Sonnensicheln im Raum.
Offen bleibt das Wetter. In Spanien gelten Warnungen vor Temperaturen bis 40 Grad und hoher Waldbrandgefahr. Rund 24.000 Polizisten sind im Einsatz, und die Behörden erwarten bis zu 1,5 Millionen zusätzliche Autofahrten.
