Haushalte im Umkreis von 500 Metern um neue Strommasten in Großbritannien zahlen künftig 250 Pfund weniger für Strom pro Jahr. Die Regierung bestätigte die Rabatte, während sie mehr als 40 Netzausbauprojekte vorantreibt.
Das Geld kommt zweimal jährlich in Höhe von 125 Pfund, zehn Jahre lang. Ein berechtigter Haushalt spart so bis zu 2.500 Pfund, berichtet City AM unter Berufung auf Regierungszahlen.
Großbritannien erneuert ein Übertragungsnetz, das größtenteils in den 1960er-Jahren entstand. Die Netzbetreiber sollen dafür in fünf Jahren bis zu 77 Milliarden Pfund ausgeben, berichtet der Guardian. Die neuen Leitungen sollen Strom aus Offshore-Anlagen und abgelegenen Regionen in die Städte bringen.
Energieminister Michael Shanks nannte das Programm einen "Moment der nationalen Erneuerung". Gemeinden, die Strommasten tragen, sollten davon profitieren, sagte er.
Die Regulierungsbehörde Ofgem überwacht das Verfahren. Neil Lawrence von Ofgem sagte, berechtigte Haushalte würden "einen direkten Vorteil" sehen.
Wer Anspruch hat
Der Rabatt gilt laut City AM für 43 Übertragungsprojekte, die meisten davon in Schottland. Erfasst sind Freileitungen ebenso wie Umspannwerke und Konverterstationen.
Anspruch haben Haushalte an Projekten, deren Bau am 10. März 2025 oder später begann. Eine Regierungsanalyse erwartet 120.000 bis 160.000 berechtigte Haushalte zwischen dem Start des Programms und dem Jahr 2044.
Die meisten Betroffenen bekommen das Geld automatisch über ihren Stromversorger. Haushalte mit Gewerbezählern müssen es teils beantragen. Versorger oder Ofgem melden sich Anfang 2027, die ersten Zahlungen sind für das erste Halbjahr dieses Jahres vorgesehen.
Die Rabatte lösen ein praktisches Problem. Die Regierung schloss Erdkabel aus und verwies auf eine Untersuchung für das Energieministerium. Freileitungen seien für die Zahler der Stromrechnung die kostengünstigste Lösung.
Nicht alle akzeptieren diesen Handel. Richard Tice, Wirtschaftssprecher von Reform UK, nannte das Programm eine "Bestechung von 20 Pfund im Monat". Häuser an Strommasten würden "dauerhaft entwertet", sagte er.
Der Netzausbau selbst wird über die Stromrechnungen finanziert. Der bestehende Engpass kostet ebenfalls Geld: Wind- und Solarparks werden dafür bezahlt, abzuschalten, wenn die lokale Nachfrage ihren Strom nicht aufnehmen kann. Solche Zahlungen dürften sich bis 2030 auf drei Milliarden Pfund summieren, berichtet der Guardian.
