Die neue Kaufprämie für Elektroautos erreicht die Haushalte, für die sie gedacht war. Rund drei Viertel aller bisherigen Anträge stammen aus Familien mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von höchstens 60.000 Euro. Das geht aus Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hervor.

Bis zum 4. August lagen der Behörde 102.539 Anträge vor, wie das "Handelsblatt" berichtet. 52.377 davon kamen aus der untersten Einkommensklasse bis 45.000 Euro. Weitere 22.488 entfielen auf Einkommen zwischen 45.001 und 60.000 Euro. Bewilligt sind bislang gut 28.000 Anträge.

Damit beantwortet sich eine Frage, die das Programm von Beginn an begleitete. Frühere Kaufprämien standen im Ruf, vor allem gut verdienende Käufer zu subventionieren. Diese Förderung ist sozial gestaffelt, und die Antragszahlen folgen der Staffelung. Nach Daten des Bundesfinanzministeriums liegen rund 42 Prozent aller Einkommensteuerpflichtigen unter der Schwelle von 45.000 Euro, etwa 54 Prozent unter 60.000 Euro.

Wie hoch die Förderung ausfällt

Die Basisförderung beträgt 3000 Euro für ein reines Elektroauto und 1500 Euro für einen förderfähigen Plug-in-Hybrid, berichtet "heise online". Wer bis zu 60.000 Euro versteuert, erhält 1000 Euro zusätzlich, wer bis zu 45.000 Euro versteuert, noch einmal 1000 Euro. Pro Kind unter 18 Jahren kommen 500 Euro dazu, für höchstens zwei Kinder. Im günstigsten Fall sind es 6000 Euro. Antragsberechtigt sind Privathaushalte bis 80.000 Euro zu versteuerndes Einkommen, pro Kind steigt die Grenze um 5000 Euro auf maximal 90.000 Euro.

Auffällig ist die klare Entscheidung für die reine Batterie. Nur 9733 Anträge betrafen Plug-in-Hybride oder Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer. Mehr als 90 Prozent der Antragsteller wählten ein vollelektrisches Auto. Kauf und Leasing halten sich fast die Waage, mit 51.851 gegenüber 50.688 Anträgen.

Das Programm läuft seit dem 19. Mai und gilt rückwirkend für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026. Es ist mit drei Milliarden Euro ausgestattet und auf rund 800.000 Fahrzeuge angelegt. Würden alle bisherigen Anträge bewilligt, wären das gut 400 Millionen Euro. Das Portal "electrive" rechnet vor, dass bei diesem Tempo das Geld keine zwei Jahre reichen würde, statt der geplanten drei bis vier.

Einen Nebeneffekt trifft ausgerechnet jene, die sich keinen Neuwagen leisten können. Der Verband DAT beziffert den Restwert dreijähriger Elektroautos Ende 2025 auf 49 Prozent des Listenpreises, gegenüber 61 Prozent bei Dieseln. DAT-Chef Jens Nietzschmann warnt, der zusätzliche Wertverlust durch die Neuwagenförderung könne das Budget von drei Milliarden Euro übersteigen. Gebrauchte Stromer werden dadurch billiger, aber auch riskanter im Wiederverkauf.