Australien hat seit Juli 2025 mehr als 507.000 geförderte Heimspeicher installiert. Premierminister Anthony Albanese und Energieminister Chris Bowen gaben die Zahl am 14. August 2026 in Sydney bekannt.

Das Programm "Cheaper Home Batteries" senkt den Preis kleiner Batteriesysteme, die an eine Solaranlage angeschlossen sind, um 30 Prozent. Es ist laut der Nachrichtenagentur AAP mit 7,2 Milliarden australischen Dollar über vier Jahre veranschlagt. Das Land habe nun mehr Heimspeicher als die USA, die zwölfmal so viele Einwohner zählen, sagte Bowen.

Das Programm beantwortet ein Problem, das Australien sich selbst geschaffen hat. Mehr als jeder dritte Haushalt hat Solarmodule auf dem Dach, die höchste Quote weltweit. Mittags überschwemmt dieser Strom das Netz. Die Preise brechen ein, konventionelle Kraftwerke werden verdrängt, und ein großer Teil der Energie verfällt ungenutzt, berichtet Yale Environment 360.

Batterien verschieben diesen Überschuss in den Abend. Wenn Haushalte zur Spitzenlast gespeicherten Solarstrom nutzen, müssen Versorger weniger Kraftwerke zuschalten. Bowen nannte das Programm "den entscheidenden Faktor dafür, dass der Großhandelspreis für Energie in Australien in den vergangenen zwölf Monaten um 47 Prozent gefallen ist".

Zuwachs außerhalb der Städte

Mehr als drei Viertel der Batterien gingen in äußere Vorstädte und ländliche Regionen, teilte das Büro des Premierministers mit. Bowen verwies auf Wahlkreise wie Hume, Greenway und Macquarie in New South Wales sowie Mayo in Südaustralien. In einigen davon haben inzwischen mehr als 10 Prozent der Häuser einen Speicher. Die Zahl der zugelassenen Installateure verdoppelte sich auf 8.846.

Unabhängige Fachleute teilen die Einschätzung zur Größenordnung. "Die insgesamt installierte Kapazität ist dramatisch, sie ist weltweit führend, sie liegt unter den ersten drei", sagte Tim Buckley, Direktor von Climate Energy Finance, der Agentur AAP. Er erwartet, dass der Preiseffekt auch im kommenden Jahr anhält.

Sie verweisen zugleich auf die Ausgeschlossenen. Die Förderung erreicht nur, wer ein eigenes Dach besitzt und den Restbetrag zahlen kann. "Die große Mehrheit der jüngeren Australier mietet oder wohnt in Wohnungen, und sie sind von den Lebenshaltungskosten am stärksten betroffen", sagte Buckley. Er fordert, künftige Hilfen auf diese Gruppe auszuweiten.

Die Regierung versucht den Mittagsüberschuss auch anders zu nutzen. Haushalte in Queensland, New South Wales und Südaustralien erhalten am frühen Nachmittag kostenlosen Strom, unabhängig davon, ob sie Solarmodule besitzen. Waschmaschinen und Autoladungen sollen so in dieses Zeitfenster wandern.

Offen bleibt die Dauerhaftigkeit. Die Förderung läuft über vier Jahre, und bislang hat niemand gezeigt, was mit den Großhandelspreisen geschieht, wenn sie ausläuft.