Auf dem Carlo-Schmid-Platz in Frankfurt-Bockenheim steht ein 3,50 Meter hoher Gerüstbau mit knapp 20 Arten von Kletterpflanzen. Mondwinde, Melonengurke und rote Feuerbohne haben daran nach Angaben der FAZ bereits fast zwei Meter erreicht.

Der Platz vor dem Bockenheimer Depot gilt als einer der heißesten der Stadt. Er ist etwa halb so groß wie ein Fußballfeld und durchgehend mit dunklen Betonplatten gepflastert. An Hitzetagen heizt er sich auf Backofentemperaturen auf.

Die Installation trägt den Namen CARLO und gehört zur World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. Sie soll Schatten liefern, die Luft kühlen und Menschen zusammenbringen.

Die Kühlung entsteht durch Verdunstung. Dafür sorgt das vertikale Begrünungssystem VERD° des Frankfurter Start-ups OMC°C, wie das Portal Frankfurter Online berichtet. Die schnellwachsenden Pflanzen geben Wasser an die Luft ab und senken so die Temperatur in ihrer Umgebung.

Schaukeln, Holzpodeste und Hängematten stehen allen Besuchern kostenfrei zur Verfügung. Im Sommer 2026 soll das 140 Quadratmeter große Blätterdach durch Aktionen von Nachbarschaft, Schulen und Kulturschaffenden belebt werden.

Das Dach ist noch nicht dicht

Vollständig begrünt ist die Konstruktion noch nicht. Produktdesignerin Nicola Stattmann rechnet mit etwa zwei weiteren Wochen bis zum geschlossenen Dach. Die Bepflanzung begann verspätet, weil sich die Genehmigung des Projekts verzögerte.

Entsprechend wirft CARLO bislang weniger Schatten als geplant. Die Bockenheimerin Katja Klein lag trotzdem in der Hängematte. "Eine schöne Idee", sagte die 37-Jährige der FAZ. "Aber das hätte schon früher kommen müssen."

Fünf kleine Kastanienbäume am Rand des Platzes dämpfen die Temperaturen nur wenig. Die Kletterpflanzen sollen zusätzlich Insekten Raum geben und den Platz zu einem kleinen Biotop machen. Entworfen hat die modulare Konstruktion das Frankfurter Architekturbüro Just.

Im August 2026 folgt auf dem Platz ein großes Bürgerfest. CARLO ist allerdings ausdrücklich als temporäre Installation angelegt. Ein Modell des Systems VERD° bleibt länger zu sehen: bis zum 7. Februar 2027 in der Ausstellung "Too Hot. Heiße Städte, neue Wege" im Deutschen Architekturmuseum.