Mehr als 600 Menschen standen am 31. Juli in Peterborough vor einem ehemaligen Burgerladen in der Bridge Street an. Sie warteten auf gebrauchte Schuluniformen zum Nulltarif. In dem leerstehenden Ladenlokal neben dem Rathaus lagen Blazer, Jacken, Sommerkleider und Ballkleider aus. Familien konnten abgeben, was ihre Kinder herausgewachsen waren, und mitnehmen, was sie brauchten. Bezahlt wurde nichts.
Die Nachfrage erklärt sich schlicht über den Preis. "Schuluniformen mit Schulwappen reißen ein Loch ins Budget", sagte die 30-jährige Hannah. Ihre älteste Tochter wechselt im September auf die weiterführende Schule, und sie legt schon vor dem Ende des vorherigen Schuljahres Geld dafür zurück. Die 33-jährige Victoria kam, weil ihre Fünfjährige "in die Höhe geschossen" ist und inzwischen Kleidergrößen für Sechs- bis Achtjährige braucht. "Ohne solche Angebote wäre ich vermutlich gestresster", sagte sie.
Bemerkenswert an dem Modell ist, dass die Aktion nicht für sich steht. Die Stadtverwaltung von Peterborough betreibt seit November 2025 zusätzlich einen dauerhaften Laden für gebrauchte Schulkleidung. Er liegt im Gemeinschaftszentrum Root and Rise im Einkaufszentrum Queensgate und öffnet sechs Tage die Woche. Dort gibt es Kleidung für Vier- bis Sechzehnjährige: Pullover, Blazer, Blusen, Hosen, Röcke, Kleider, dazu Jacken, Mützen und Schals. Alles ist kostenlos, die Abgabestellen verteilen sich über Supermärkte, eine Bankfiliale und Bestattungsbüros. Ausgezeichnet wurde das Projekt mit einem Bronze-Award des Local Government Chronicle.
Zwei Probleme, eine Antwort
Die Stadt versteht das Ganze ebenso als Abfallpolitik wie als Sozialleistung, und beides trifft zu. Schulkleidung wird herausgewachsen, nicht verschlissen. Damit eignet sie sich nahezu ideal zur Wiederverwendung. Bleibt sie im Umlauf, sinkt der Textilmüll, und zugleich fällt ein fester saisonaler Kostenblock für Haushalte weg. "Supermärkte und Geschäfte verkaufen zu viel, und es gibt viel mehr, das geteilt werden kann", sagte Cristina Fernandez-Hierro von der Stadtverwaltung.
Auch auf das Gefühl beim Betreten achten die Organisatoren. Die Veranstaltungen sind als Tausch angelegt, nicht als Ausgabe von Spenden: Man bringt, was man nicht mehr braucht, und nimmt, was man braucht. Diese Unterscheidung ist beabsichtigt. Die Teilnehmenden bekämen nicht "einfach nur Almosen", so Fernandez-Hierro, "sie bewirken tatsächlich etwas".
Bei der Aktion waren auch örtliche Familienzentren, der National Literacy Trust und Co-op-Gruppen mit Ständen vertreten. Künftig soll sie regelmäßig stattfinden.
