Oliver Zeidler hat am 2. August in Varese seinen vierten EM-Titel im Einer gewonnen. Der 30-Jährige von der Frankfurter Rudergesellschaft Germania benötigte für die 2000 Meter 6:36,39 Minuten. Das ist ein neuer EM-Rekord. Den alten Rekord hatte er selbst im Halbfinale dieser Titelkämpfe aufgestellt.

Nach 2019, 2021 und 2024 ist der Olympiasieger nun zum vierten Mal Europameister. 2025 hatte er auf die EM verzichtet, weil er sich seinem Studium widmete.

Dem Finale ging eine Geduldsprobe voraus. Ein Gewitter zog über die Lombardei, der Start verschob sich um eine Stunde. Danach übernahm Zeidler früh die Führung und baute sie bis ins Ziel aus. Titelverteidiger Jauhen Salaty aus Belarus, der unter neutraler Flagge startete, kam 3,55 Sekunden später ins Ziel. Bronze ging an Weltmeister Stefanos Ntouskos aus Griechenland mit 4,58 Sekunden Rückstand.

Der Deutschland-Achter fährt wieder aufs Podest

Auch das Großboot des Deutschen Ruderverbands gewann eine Medaille. Der Deutschland-Achter kam hinter Rumänien auf Platz zwei, 2,90 Sekunden zurück. Bronze holte Italien. Auf den ersten Titel bei einer internationalen Meisterschaft seit der EM 2020 wartet die Mannschaft weiter.

Vor Varese hatte der Achter umgestellt. Frederik Breuer übernahm die Position des Schlagmanns, nachdem die Mannschaft bei den Weltcups in Sevilla und Luzern jeweils Vierte geworden war. Im Finale hielt Deutschland auf den ersten 1000 Metern mit, danach setzten sich die Rumänen Schlag für Schlag ab und holten ihren ersten EM-Titel im Achter. Der Männer-Doppelvierer gewann nach Angaben des ZDF ebenfalls Gold, der deutsche Frauen-Achter verpasste das Podest.

Die Ergebnisse haben allerdings Grenzen. Auf dem Lago di Varese fehlten Olympiasieger Großbritannien und Weltmeister Niederlande, wie das ZDF berichtet. Auf beide Nationen trifft das deutsche Team erst bei der Weltmeisterschaft.

Für Zeidler war die EM nach eigenen Worten nur ein "Gradmesser" auf dem Weg zum Saisonhöhepunkt. Die WM findet vom 24. bis 30. August in Amsterdam statt. Dort rudert er um seinen vierten Weltmeistertitel. Sein größeres Ziel liegt zwei Jahre später: Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles will er nach Paris sein zweites Gold gewinnen.