Darja Varfolomeev hat die Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik in Frankfurt mit zwei weiteren Titeln beendet. Am 16. August gewann die 19-Jährige die Gerätefinals mit dem Ball und mit dem Band.

Es waren ihre WM-Titel 13 und 14. Zwei Tage zuvor hatte die Olympiasiegerin von 2024 bereits den Mehrkampf gewonnen, zum dritten Mal nacheinander. Die Konkurrenz fand vor heimischem Publikum statt, in der mit 4.500 Zuschauern ausverkauften Frankfurter Festhalle.

Im Bandfinale erhielt die Athletin des TSV Schmiden 30,500 Punkte. Der Vorsprung auf Stiliana Nikolowa aus Bulgarien betrug fünf Hundertstel. Dritte wurde Sofiia Ilteriakowa, die unter neutraler Flagge startet.

Mit dem Ball fiel der Abstand deutlicher aus. Varfolomeev kam auf 30,350 Punkte, Ilteriakowa auf 29,800 und Mariia Borisowa auf 29,150.

Im Reifenfinale reichte es zu Bronze. Mit 30,400 Punkten fehlten Varfolomeev drei Zehntel zum Sieg der Ukrainerin Taisiia Onofriichuk. Silber ging an die italienische Titelverteidigerin Sofia Raffaeli. Das Keulenfinale verpasste die Deutsche als Neunte der Qualifikation knapp.

„Heute lief es wirklich perfekt“, sagte Varfolomeev nach dem letzten Wettkampf im ARD-Interview. „Es war mir sehr wichtig, dass ich diese letzte Übung sauber und ohne Verluste durchgezogen habe, vor diesem Publikum.“ Vier Medaillen bei einer Heim-WM seien für sie „unglaublich und unvergesslich“ gewesen.

Die deutsche Gruppe blieb ohne Edelmetall. Das Quintett mit Alisa Datsenko, Anja Kosan, Alina Ott, Helena Ripken und Anna-Maria Shatokhin verpasste im Finale mit drei Reifen und zwei Paar Keulen den Medaillenrang.

Sportlich zählt über den Titel hinaus vor allem ein Nebeneffekt des Mehrkampfsiegs. Nach Angaben des ZDF sicherte Varfolomeev Deutschland damit den ersten Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Wer diesen Platz einnimmt, entscheidet sich erst in der Qualifikation vor den Spielen.