Der Auftakt war misslungen, der Abend des 1. August gehörte dann den deutschen Wasserspringern. Bei der Schwimm-EM in Paris gewannen sie innerhalb weniger Minuten zwei Medaillen: Silber vom Turm und Gold vom Ein-Meter-Brett.

Zuerst sorgten Pauline Pfeif und Elena Wassen für das erste Edelmetall des Deutschen Schwimm-Verbands bei diesen Titelkämpfen. Im Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm kamen die beiden Berlinerinnen im Centre Aquatique Olympique auf 298,20 Punkte. Nur Maisie Bond und Lois Toulson aus Großbritannien lagen mit 300,06 Punkten davor. Bronze ging an Xenia Bailo und Sofijia Wystawkina aus der Ukraine mit 286,20 Punkten.

Weniger als zwei Punkte fehlten damit zum Titel. "Ein ganz kleines bisschen" ärgere sie das, sagte Pfeif, aber "es ist einfach so herrlich – Silber. Wir freuen uns so sehr und sind einfach nur glücklich." Erschwerend kam hinzu, dass die beiden mit der Startnummer eins vorlegen mussten und den gesamten Wettkampf über zittern durften. Die Ukrainerinnen sprangen als Letzte, konnten am zweiten Rang aber nichts mehr ändern.

Wesemann verteidigt seinen Titel

Kurz darauf machte Moritz Wesemann das Ergebnis des Abends komplett. Der 24-Jährige aus Halle verteidigte seinen Europameistertitel vom Ein-Meter-Brett mit 431,45 Punkten. Die Briten Jack Laugher (418,25) und Jordan Houlden (410,30) verwies er auf die Plätze. Erst sein letzter Sprung schob ihn an die Spitze des Klassements.

Der Erfolg wiegt schwerer vor dem Hintergrund des Wettkampfbeginns. Am 31. Juli hatten Wesemann, Pfeif, Lena Hentschel und Jaden Eikermann sich nach mehreren Patzern im Mixed-Team-Wettbewerb mit Platz sieben begnügen müssen. Das lag deutlich unter den eigenen Erwartungen. Bundestrainer Christoph Bohm hatte vor den Titelkämpfen ausgegeben, in jedem Wettbewerb eine Medaille holen zu wollen.

"Es ist wirklich schön, so zurückzuschlagen", sagte Pfeif mit Blick auf die Enttäuschung im Teamwettbewerb: "Ich glaube, das gibt uns Kraft und einen richtig schönen Push für die nächsten Wettkämpfe." Die nächste Gelegenheit hat Wesemann am 5. August im Einzel vom Drei-Meter-Brett.