Satellitendaten des brasilianischen Netzwerks MapBiomas zeigen für 2025 die kleinste Brandfläche im Amazonasgebiet seit Beginn der Auswertungen 1985. Rund 3,1 Millionen Hektar waren betroffen. Gegenüber 2024 entspricht das einem Rückgang von etwa 80 Prozent.

Das Jahr davor war das Gegenteil. Eine außergewöhnliche Dürre ließ die Feuer außer Kontrolle geraten, rund 15,6 Millionen Hektar verbrannten. Eine Umkehr dieser Größenordnung binnen zwölf Monaten ist selten. Der Rückgang sei „außergewöhnlich", sagte die Geografin Ane Alencar, Koordinatorin des Berichts, der Nachrichtenagentur AFP.

Auch landesweit ging das Feuer zurück. In ganz Brasilien brannten 2025 rund 12,7 Millionen Hektar, nach mehr als 30 Millionen Hektar im Jahr davor. Das ist der niedrigste Wert seit 2018, berichtet SRF.

Einen einzelnen Grund gibt es nicht. Nach zwei trockenen Jahren fiel wieder mehr Regen, die Vegetation blieb feuchter. Eine verspätete Regenzeit zwischen 2024 und 2025 schloss in manchen Regionen das übliche Zeitfenster zum Abbrennen, sagte Alencar. Zugleich sank die Entwaldung weiter. Das wirkt unmittelbar, denn viele Brände werden gelegt, um gerodete Flächen in Weide oder Acker zu verwandeln.

MapBiomas beschreibt zusätzlich einen psychologischen Faktor. Nach dem Katastrophenjahr 2024 fürchteten viele Gemeinden eine Wiederholung und hielten Ausbrüche selbst klein. Die Regierung verschärfte außerdem ihr Vorgehen gegen Umweltkriminalität, etwa gegen illegale Goldminen.

Das Netzwerk zählt keine einzelnen Feuerherde. Es kartiert Brandnarben auf Landsat-Aufnahmen und wertet sie mit Deep-Learning-Verfahren aus. Weil die Methode seit 1985 gleich bleibt, lässt sich ein einzelnes Jahr an vier Jahrzehnten messen.

Die Entlastung verteilt sich ungleich. Der Cerrado, die große Savanne Zentralbrasiliens, brannte laut Alencar weiter in ähnlichem Umfang. Über die vergangenen vier Jahrzehnte lagen mehr als 49 Prozent aller verbrannten Flächen auf privaten ländlichen Grundstücken, weitere acht Prozent in Siedlungsgebieten.

Ob der Tiefstand hält, entscheidet das Wetter. Die US-Behörde NOAA bezifferte im März 2026 die Wahrscheinlichkeit auf 62 Prozent, dass sich im Sommer 2026 ein El Niño bildet. Für Oktober bis Dezember 2026 gibt ihr Climate Prediction Center eine Chance von eins zu drei an, dass das Ereignis stark ausfällt. Ein starker El Niño würde die Trockenzeit verlängern und das Brandrisiko erhöhen, warnt Alencar.

Auch die Wasserbilanz erholte sich 2025. Die von Wasser bedeckte Fläche lag rund 2,6 Prozent über dem langjährigen Mittel. „Doch trotz dieser Erholung ist die Lage langfristig weiterhin besorgniserregend, da in der Region extreme Wetterereignisse immer häufiger auftreten", sagte der Forscher Bruno Ferreira.