Die weltweit installierte Solarleistung hat drei Terawatt überschritten. Das dritte dieser Terawatt entstand in weniger als drei Jahren. Für das erste brauchte die Welt fast sieben Jahrzehnte nach der Erfindung der Silizium-Solarzelle im Jahr 1954.
Die eigentliche Nachricht ist das Tempo. "Yale Environment 360" datiert den Sprung unter Berufung auf Bloomberg auf den März 2026. Ein einziges Terawatt könnte den gesamten Strombedarf der USA decken, schreibt das Magazin. Ein Terawatt erreichte die Welt 2022, zwei im Jahr 2024.
Die Zahlen unterscheiden sich je nach Quelle etwas. Der Branchenverband SolarPower Europe sieht die weltweite Flotte schon aufgrund des Jahres 2025 über drei Terawatt, denn damals kamen 664 Gigawatt hinzu. Das Photovoltaik-Programm der Internationalen Energieagentur zählte Ende 2025 dagegen 2.974 Gigawatt und schätzt den Zubau des Jahres auf 698 Gigawatt. In jedem Fall hat sich der Bestand in vier Jahren etwa verdreifacht.
Der Ausbau verlagert sich in den Süden
Das erste Terawatt entstand überwiegend in reichen Ländern und wurde von Subventionen getragen. Dort liegt das Wachstum nicht mehr. BloombergNEF erwartet bis 2036 neun Terawatt und rechnet damit, dass ärmere Länder bis dahin mehr Solarleistung installiert haben werden als reiche, China ausgenommen.
Die Überzeugungsarbeit leisten vor allem Energiekrisen. In Pakistan, Nigeria und Kuba kauften Haushalte importierte Module, als die Preise für fossile Brennstoffe stiegen. In Pakistan zogen zugleich die Batterieverkäufe stark an. China stellt mehr als die Hälfte aller Installationen weltweit und verdoppelte im vergangenen Jahr seine Speicherkapazität, wie Daten des Thinktanks Ember zeigen. Der jüngste Fünfjahresplan sieht weitere Speicher vor.
Solarstrom trug 2025 stärker zum Wachstum der Primärenergie bei als jede andere Quelle und übertraf damit erstmals Gas. Er deckte 27 Prozent der zusätzlichen Nachfrage, berichtet SolarPower Europe. "Das Solarzeitalter ist fest etabliert", sagte Verbandschefin Walburga Hemetsberger.
Das Wachstum verlangsamt sich dennoch. Der jährliche Zubau stieg 2025 um 16 Prozent, nach 28 Prozent im Jahr 2024 und 93 Prozent im Jahr 2023, ermittelte das Programm der Energieagentur. Chinesische Modulpreise fielen seit Anfang 2023 um mehr als 60 Prozent. Deshalb sind Module in Lagos und Karatschi überhaupt bezahlbar. Derselbe Preisverfall hat die aufgelaufenen Verluste chinesischer Hersteller seit Anfang 2024 auf fast fünf Milliarden Dollar getrieben. Eine Garantie über 25 Jahre ist nur so viel wert wie das Unternehmen dahinter.
Auch der Engpass hat sich verschoben. In immer mehr Märkten ist nicht der Modulpreis das Problem, sondern die Genehmigung, der Netzanschluss und das Risiko, dass der Strom abgeregelt oder zu negativen Preisen verkauft wird. Der Solaranteil erreicht rechnerisch rund 10,5 Prozent des weltweiten Strombedarfs, in 35 Ländern liegt er über zehn Prozent. Oberhalb dieser Marke entscheiden Leitungen und Speicher darüber, wie viel des erzeugten Stroms tatsächlich genutzt wird.
