Am 12. August schiebt sich der Mond vor die Sonne. Europa bekommt damit zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten wieder eine totale Sonnenfinsternis zu sehen, allerdings nur in einem schmalen Streifen. Der Kernschatten trifft die Erde zunächst in der Arktis und zieht dann über Grönland, Island, Spanien und einen kleinen Teil Nordostportugals. Wer die vollständig verdeckte Sonne und die Korona sehen will, muss dorthin reisen.

In Deutschland bleibt es bei einer partiellen Finsternis. Je nach Standort verdeckt der Mond nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA bis zu etwa 90 Prozent der sichtbaren Sonnenfläche. Das gilt ebenso für Österreich und die Schweiz. Der Himmel wird dabei nicht dunkel, sondern bleibt hell. Erschwerend kommt hinzu, dass die Finsternis hierzulande erst kurz vor Sonnenuntergang beginnt. Zu sehen ist also eine untergehende Sonnensichel, und das setzt einen freien Blick zum Horizont voraus.

Möglich wird das Schauspiel durch einen kosmischen Zufall. Die Sonne ist rund 400-mal größer als der Mond und zugleich etwa 400-mal weiter entfernt. Deshalb erscheinen beide von der Erde aus als ungefähr gleich große Scheiben von etwa einem halben Grad Durchmesser. Der Kernschatten des Mondes ist dabei schmal. Die Zone der Totalität misst meist nur rund 200 Kilometer in der Breite, während der Halbschatten beidseitig etwa 3.500 Kilometer weit reicht.

Ein Ereignis mit Vorgeschichte

Für Spanien ist der Termin historisch. Es wird die erste totale Sonnenfinsternis, die vom spanischen Festland aus zu sehen ist, seit 1905. Vom europäischen Festland aus war das Phänomen zuletzt 2006 zu beobachten. Spanien stellt diesmal das größte Totalitätsgebiet Europas. Die Finsternis quert das Land von West nach Ost und setzt sich über die Balearen fort. Es ist zudem die erste von drei Finsternissen, die zwischen 2026 und 2028 von Spanien aus zu sehen sein werden.

Die ESA begleitet den Termin mit einem eigenen Programm aus Beobachtung, Wissenschaftskommunikation und Bildungsangeboten. Sie verweist dabei auf ihre Sonnenmissionen Solar Orbiter, Smile und Proba-3.

Eine Warnung gehört zu jeder Finsternis dazu. Der Blick in die auch nur teilweise bedeckte Sonne ist ohne geprüften Augenschutz gefährlich. Sonnenbrillen, belichtete Filme oder berußte Gläser genügen nicht. Nötig sind zertifizierte Finsternisbrillen oder geeignete Filter vor dem Objektiv beziehungsweise Teleskop.