Den größten Teil des vergangenen Jahrhunderts hieß Heizen in den USA: etwas verbrennen. Diese Gewohnheit bröckelt inzwischen messbar. In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 lieferten die Hersteller 32 Prozent mehr Wärmepumpen aus als Öl- und Gasheizungen – und das Gerät verfehlte nur knapp, sogar die Klimaanlage zu überholen: rund 960.000 Wärmepumpen gegenüber etwa 980.000 Klimageräten, nach Monatszahlen des Air-conditioning, Heating, and Refrigeration Institute, die die gemeinnützige Building Decarbonization Coalition in einem neuen Bericht zusammengetragen hat.
Am deutlichsten ist der Wandel dort, wo die Entscheidung nur einmal fällt: im Neubau. Von den 2024 fertiggestellten Wohneinheiten bekamen 46 Prozent eine Wärmepumpe, 47 Prozent eine Warmluftheizung. Elektrische Heizsysteme aller Art erreichten 61 Prozent dieses Marktes und damit den höchsten je gemessenen Anteil, während gasbetriebene Systeme auf 38 Prozent fielen – so wenig wie zuletzt 1985. In den im Jahr 2000 fertiggestellten Häusern lag Gas noch bei 65 Prozent.
Zwei Geräte in einem
Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme, sie verschiebt sie: Sie entzieht selbst kalter Außenluft Wärme und trägt sie ins Haus. Im Sommer läuft derselbe Kasten rückwärts und kühlt. Diese Doppelrolle macht einen großen Teil des Reizes aus – und deshalb zählt der Vergleich mit der Klimaanlage ebenso viel wie der mit dem Heizkessel.
"Alle Trends deuten auf eine zunehmende Verbreitung von Wärmepumpen hin, nicht nur gegenüber Gas, sondern auch gegenüber der klassischen Klimaanlage, die nur in eine Richtung arbeitet", sagte Kevin Carbonnier, Analyseleiter der Coalition, gegenüber Grist. "Es geht nicht nur darum, dass Wärmepumpen besser, komfortabler und effizienter sind als Heizkessel. Man bekommt eben auch zwei Geräte in einem."
Der Effizienzabstand erklärt die Betriebskosten. Elektrische Widerstandsheizungen liefern eine Einheit Wärme je eingesetzter Energieeinheit. Wärmepumpen liefern zwei bis vier, weil sie Wärme umlagern statt sie zu erzeugen. Die Emissionen sinken doppelt: keine Verbrennung im Haus, und ein Elektrogerät wird sauberer, je sauberer der Strommix wird. Neuere Vorschriften drängen die Hersteller zudem weg von Kältemitteln, die tausendfach klimawirksamer sind als Kohlendioxid.
Zum Motor des Trends ist der Wohnungsbau geworden. Drei Viertel der neuen US-Apartments werden elektrisch beheizt; ist ein Gebäude erst einmal darauf ausgelegt, sehen Bauträger immer seltener einen Grund, überhaupt noch Gasleitungen zu bezahlen.
Das zählt für die Haushaltskasse so sehr wie fürs Klima. Die Rechnungen für Gas und Strom stiegen zwischen 2019 und 2024 im Median um rund 17 Prozent, und Heizen ist keine freiwillige Anschaffung. Die Auslieferungen von Wärmepumpen haben sich in 15 Jahren verdoppelt, von 1,8 Millionen Stück 2010 auf 3,64 Millionen 2025 – ein stiller Austausch des Heizungsbestands, Kessel für Kessel.
