Andy Green fuhr am 11. August auf den Bonneville Salt Flats in Utah ein wasserstoffbetriebenes Auto auf 653,908 km/h (406,320 mph). Der Automobil-Weltverband FIA erkannte die Fahrt als Weltrekord ihrer Kategorie an, berichtet der Guardian.
Die Marke übertrifft den bisherigen offiziellen Rekord für ein Wasserstoff-Verbrennerfahrzeug um mehr als das Doppelte. Dieser lag seit 2004 bei 185,5 mph. Greens Wert ist der Mittelwert aus zwei Fahrten, wie die BBC berichtet.
Green ist 64 Jahre alt und war Pilot der Royal Air Force. Er bleibt der einzige Mensch, der die Schallmauer am Boden durchbrochen hat: 1997 fuhr er den düsengetriebenen ThrustSSC in Nevadas Black Rock Desert auf 763 mph. 2006 stellte er mit 350,092 mph den Dieselrekord auf.
Das Auto heißt Hydromax und wurde vom britischen Baumaschinenhersteller JCB entwickelt. Es ist 9,75 Meter lang und trägt zwei Wasserstoff-Verbrennungsmotoren mit zusammen rund 1.600 PS.
Motoren aus dem Baggerbau
Diese Motoren sind nichts Exotisches. Sie stammen von Aggregaten, die JCB für schwere Maschinen baut. Sie mischen unter Druck stehenden Wasserstoff mit Luft und zünden das Gemisch, berichtet der Guardian.
Im Mai erreichte das Fahrzeug bei Tests auf dem Flugplatz RAF Wittering in Cambridgeshire 208 mph.
"Einen Landgeschwindigkeits-Weltrekord mit Wasserstoff aufzustellen, 20 Jahre nach Dieselmax, ist ein großes Privileg", sagte Green. Wasserstoff nennt er den Kraftstoff der Zukunft.
JCB-Chairman Lord Anthony Bamford ordnete die Fahrt als Wiederholung des Jahres 2006 ein. "Vor zwanzig Jahren kamen wir mit dem JCB Dieselmax nach Bonneville und zeigten, was britische Ingenieurskunst mit Dieselkraft schafft", sagte er. "Heute haben wir es wieder getan - diesmal mit Motoren, die von Wasserstoff angetrieben werden."
Bamford argumentiert, Wasserstoff komme mit den Anforderungen der Schwerindustrie besser zurecht als elektrischer Antrieb.
Diese Aussage hat einen Vorbehalt. Wasserstoff ist nur so sauber wie die Energie, mit der er hergestellt wird. Der größte Teil des weltweiten Angebots stammt derzeit aus fossilen Quellen. JCB hat einen Vertrag über den Kauf von grünem Wasserstoff geschlossen, der mit erneuerbarem Strom erzeugt wird und nur einen winzigen Anteil der Weltproduktion ausmacht.
