Der Stern Beta Pictoris liegt nur 63 Lichtjahre entfernt und ist gerade einmal rund 20 Millionen Jahre jung. Für die Planetenforschung ist das ein Glücksfall: An ihm lässt sich beobachten, wie ein Planetensystem in seiner Frühphase aussieht. Nun hat ein internationales Team dort einen dritten Planeten dingfest gemacht – und damit ein System vervollständigt, das bisher nur zwei bekannte Welten besaß.

Der neue Gasriese trägt den Namen Beta Pictoris d. Anders als seine beiden Geschwister, die jeweils rund acht- bis zehnmal so schwer sind wie Jupiter, bringt er nur etwa das 2,4-Fache der Jupitermasse auf die Waage. Das macht ihn zu einem der leichtesten Exoplaneten, die je direkt vom Erdboden aus abgelichtet wurden. Entsprechend blass ist er: Sein Licht ist rund hundertmal schwächer als das des inneren Planeten Beta Pictoris b.

Ein Fund aus Versehen

Entdeckt wurde d eher nebenbei. Das Team um Ben Sutlieff von der Universität Edinburgh und Markus Bonse von der Europäischen Südsternwarte (ESO) hatte das Very Large Telescope in Chile eigentlich auf den bereits bekannten Planeten b gerichtet, um dessen Veränderungen zu verfolgen. Auf den Aufnahmen tauchte jedoch ein zweiter, weiter außen liegender Lichtpunkt auf. »Da ist noch etwas – hast du das gesehen?«, erinnert sich Bonse an den Moment.

Um auszuschließen, dass sich dahinter ein zufälliger Stern oder eine Galaxie verbarg, durchforsteten die Forschenden ältere Beobachtungen. In Archivbildern des VLT und des James-Webb-Weltraumteleskops fanden sie den Punkt wieder – teils bis zu elf Jahre zurückreichend. Seine langsame Wanderung über die Jahre passte exakt zu einer Umlaufbahn um den Stern. »Planet d hat über ein Jahrzehnt lang Verstecken mit uns gespielt«, sagte Ko-Autorin Jayne Birkby von der Universität Oxford. »Jetzt können wir sagen: gefunden.«

Mit der im Fachblatt »The Astrophysical Journal Letters« vorgestellten Entdeckung ist Beta Pictoris erst das zweite bekannte System, in dem sich mindestens drei Planeten direkt abbilden lassen. Sein weiter, kühler Orbit könnte zudem helfen, eine alte Ungereimtheit zu klären: warum ein breiter Bereich der Staubscheibe des Sterns so auffällig leergefegt ist.