Eine Endometriose-Diagnose bedeutet in Grossbritannien seit Langem Jahre voller Schmerzen und Ungewissheit: Im Schnitt warten Frauen fast ein Jahrzehnt, bis die Erkrankung – die etwa jede zehnte Frau im gebaerfaehigen Alter betrifft – bestaetigt wird. Der englische Gesundheitsdienst will diese Tortur nun verkuerzen und hat zwei neue, nicht-invasive Tests fuer den Einsatz im NHS freigegeben.
Der erste, Endotest, kommt mit einer einfachen Speichelprobe aus. Ein Labor untersucht sie auf microRNAs – winzige genetische Marker, deren Muster auf die wahrscheinliche Erkrankung hindeutet. Der zweite, EndoSure, geht einen anderen Weg: Nach kurzem Fasten messen Sensorpflaster auf dem Bauch die elektrische Aktivitaet im Darm und liefern nach rund 45 Minuten ein Ergebnis.
Keiner der beiden soll das letzte Wort sein. Statt die fachaerztliche Versorgung zu ersetzen, sollen die Tests wahrscheinliche Faelle frueh erkennen und Frauen schneller zur Behandlung fuehren – und die Bauchspiegelung, den bisherigen operativen Standardweg zur Diagnose unter Vollnarkose, jenen vorbehalten, die sie wirklich brauchen.
Warum das zaehlt
Fachleute sehen darin eine Entlastung fuer Patientinnen wie fuer das System. „Sie geben uns viel schneller Antworten, ohne invasive Operation, ermoeglichen frueheres Behandeln und machen OP-Kapazitaeten fuer andere frei“, sagte die Gynaekologin Dr. Gail Busby. Dr. Anastasia Chalkidou, die an der Bewertung beteiligt war, betonte, dass kuerzere Diagnosewege eine „fruehere und bessere Behandlung“ erlaubten. Bei einer Erkrankung, die lange mit Abwiegeln und Verzoegerung zu kaempfen hatte, bietet ein Speichelroehrchen oder ein 45-Minuten-Test etwas, das Betroffene selten hatten: einen schnellen, klaren Schritt dahin, ernst genommen und behandelt zu werden.