Fast sechs Jahrzehnte lang bestand ein für seinen seltenen gemäßigten Regenwald geschätztes Naturreservat in Mittelwales aus zwei getrennten Teilen. Nun ist die Lücke geschlossen. Die RSPB Cymru hat Gallt-y-bere erworben, eine 96 Hektar große Fläche aus altem Wald und Bergland am Ufer des Flusses Tywi in Nord-Carmarthenshire, und vereint damit die beiden Hälften ihres Reservats Gwenffrwd-Dinas erstmals seit fast 60 Jahren.

Die Naturschutzorganisation bezeichnet das Land als das „entscheidende fehlende Bindeglied“ zwischen den getrennten Abschnitten des Reservats im Elenydd. Die Wiederverbindung erlaubt es Tieren, sich frei durch eine einst zerstückelte Landschaft zu bewegen, und fügt verstreute Fragmente zu einem größeren, widerstandsfähigeren Ganzen zusammen – jener durchgehende Lebensraum, den bedrängte Arten zur Erholung brauchen.

Regenwald, Moor und seltene Vögel

Das Gebiet ist ein Flickenteppich international bedeutsamer Lebensräume: atlantische Eichenwälder, so feucht und mild, dass man sie keltische Regenwälder nennt, dazu Ffridd – der Übergangssaum im Bergland –, alter Wald und Torfmoore. Es ist ein Rückzugsort für den Trauerschnäpper, einen Zugvogel, der im Sommer in Eichenwäldern brütet, und beherbergt Kuckucke, Waldlaubsänger, Baummarder und Braunkehlchen. Da die neue Fläche an bestehende Heide anschließt, ist das Reservat nun groß genug, um brütende Kornweihen zu tragen – einen stark gefährdeten Vogel, der dort nur gelegentlich gesichtet wird und zuletzt nicht mehr genistet hat.

Möglich wurde der Kauf durch ein philanthropisches Darlehen und, ganz wesentlich, durch Spenden Tausender Unterstützerinnen und Unterstützer, die dem Spendenaufruf folgten. „Gallt-y-bere ist ein wahrhaft magischer Ort“, sagte Jonathan Cryer, Standortleiter bei RSPB Gwenffrwd-Dinas, und nannte den Erwerb eine Gelegenheit, alten Wald zu stärken und Berglebensräume wiederherzustellen, damit seltene Arten gedeihen können.

Die RSPB ist seit mehr als einem Jahrhundert in Gwenffrwd-Dinas aktiv, zunächst mit dem Schutz des Rotmilans, als dieser in Wales am Rande des Verschwindens stand. Erhebungen in diesem Sommer, finanziert von Natural Resources Wales, sollen die nun betreuten Arten und Lebensräume erfassen und die künftige Pflege lenken. Zudem will die RSPB mit örtlichen Pächtern zusammenarbeiten, um zu zeigen, wie Naturschutz und nachhaltige Landwirtschaft Hand in Hand gehen können – in der Hoffnung, eine Landschaft zu sichern, die Wildtiere über Generationen trägt.