Eine billige Lotion aus einem verbreiteten Gartenkraut – derselben Pflanze, die Katzen in wohliges Wälzen versetzt – hat in Feldversuchen im Osten Ugandas das Standard-Insektenschutzmittel DEET beim Fernhalten von Mücken erreicht. Der Befund weckt die Aussicht auf einen erschwinglichen, lokal angebauten Schutz gegen Malaria – dort, wo er am dringendsten gebraucht wird.

Das Kraut ist Katzenminze, Nepeta cataria, ein Mitglied der Minzfamilie. Ihr Wirkstoff Nepetalacton ist berühmt für die Euphorie, die er bei Katzen auslöst, wehrt aber auch Insekten ab – eine Eigenschaft, die bislang nie zu einem praktischen Produkt geworden war. Ein Team aus Uganda und von der Cardiff University wollte prüfen, ob das gelingt. Die Ergebnisse stellten die Forschenden auf der Tagung der Society for Experimental Biology in Florenz vor; die zugrunde liegende Studie erschien im Fachjournal Scientific Reports.

Mit der sogenannten Human-Landing-Catch-Methode maßen die Wissenschaftler, wie oft sich Mücken abends auf den Beinen von Freiwilligen niederließen, die verschiedene Cremes trugen. Eine Lotion mit sechs Prozent Katzenminzenöl wirkte laut Dr. Simon Scofield von der Cardiff University ebenso gut wie DEET, eine Variante mit zwei Prozent war nur geringfügig schwächer. Placebo-Cremes boten dagegen kaum Schutz.

Warum das zählt

Der Einsatz lässt sich kaum überschätzen. Malaria infiziert noch immer rund 282 Millionen Menschen im Jahr und tötete 2024 etwa 610.000 – die meisten davon kleine Kinder in afrikanischen Ländern. Die vorhandenen Mittel geraten unter Druck: Mücken entwickeln Resistenzen gegen Insektizide, die Erreger gegen die wichtigsten Medikamente. DEET wirkt, ist aber für die am stärksten betroffenen ländlichen Gemeinschaften oft zu teuer.

Ein vor Ort angebautes und hergestelltes Schutzmittel könnte diese Rechnung verändern. Katzenminze ist günstig und leicht zu kultivieren; eine selbst produzierte Lotion würde nicht nur die Kosten des Schutzes senken, sondern könnte auch Einkommen für die anbauenden Bäuerinnen und Bauern schaffen. Die Forschenden mahnen, dass bis zum breiten Einsatz in Haushalten noch Arbeit nötig ist. Doch der Versuch weist auf eine seltene Art von Lösung – einfach, kostengünstig und verwurzelt in den Gemeinschaften, die sie schützen soll.